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How to: Inhaltsstoffe lesen & verstehen

Inhaltsstofflisten müssen auf Lebensmitteln, wie auch auf Kosmetikprodukten abgedruckt sein und theoretisch weiß somit jede*r ganz genau, was drin ist. Theoretisch deshalb, weil diese Listen oft gar nicht mal so einfach zu lesen und zu deuten sind. Da werden lateinische und englische Begriffe genutzt und wie viel von was drin ist, weiß man irgendwie auch nicht so recht. Wir verraten deshalb heute, wie man die sogenannte „INCI List" richtig liest, was die gängigsten Inhaltsstoffe sind, die man kennen sollte und wie man herausfindet, wie viel von was drin ist. 

Was bedeutet „INCI“?
INCI ist eine Abkürzung und heißt „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients“, zu deutsch: „Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe“. Das bedeutet, dass die Begriffe für Inhaltsstoffe so genormt sind, dass wir sie alle in einer international vergleichbaren Form lesen können. Deshalb werden die meisten Stoffe auch nicht in deutscher Sprache gelistet, denn bei uns würde natürlich „Wasser“ mehr Sinn machen, als „Aqua“, aber damit bleibt es international. Man kann also auch in Italien oder Spanien ein Produkt kaufen, die INCI List ist überall gleich und die Inhaltsstoffe werden in englischer oder lateinischer Sprache gelistet. In der EU müssen die INCI Angaben auf jedem verkauften Produkt stehen, bzw abrufbar sein, auch bei Produkten, die aus Nicht-EU-Ländern importiert werden. Das betrifft somit auch uns mit den koreanischen Produkten, bei denen dann entweder ein Aufkleber hinzugefügt wird, oder aber die Produkte haben bereits eine INCI List, auch wenn sie nicht aus der EU stammen. Online kann man diese Inhaltsstofflisten natürlich auch abrufen. 

Wie kriege ich raus, wie viel von welchem Stoff enthalten ist?
Die INCI Richtlinien regeln außerdem, in welcher Reihenfolge die Inhaltsstoffe aufgelistet werden. Grundsätzlich erfolgt das absteigend nach Konzentration. Das bedeutet, dass von dem Stoff, der zuerst aufgelistet wird, am meisten drin ist und vom letzten Inhaltsstoff am wenigsten. Als erstes ist bei den meisten Kosmetikprodukten „Aqua“ gelistet, also Wasser. „Parfum“ hingegen kommt oft an einer der letzten Stellen, weil davon meist nur sehr wenig im Produkt steckt. Hier versteckt sich jedoch auch schon das Problem an der INCI Liste: Es lässt sich nicht wirklich in % sagen, wie viel von was drin ist, denn das müssen die Hersteller nicht angeben. Gerade bei Inhaltsstoffen, bei denen die Konzentration extrem wichtig ist, weil sie zum Beispiel schlichtweg nicht wirken, wenn zu wenig drin ist, ist das nicht unwichtig. Das ist etwa bei Retinol der Fall. Ein Produkt darf sich „Retinol Serum“ nennen, sobald Retinol enthalten ist, aber oft ist das so wenig, dass die Vorteile des Retinol gar nicht wirklich zum Tragen kommen. Hier lohnt es sich zu schauen, mit welcher Konzentration der Hersteller auf der Umverpackung wirbt. Steht da beispielsweise vorne 1% Retinol drauf und auf der INCI List ist auch wirklich Retinol aufgelistet und nicht ein weniger wirksames Derivat (z.B. Retinyl Palimtate), dann kann man auch davon ausgehen, dass wirklich 1% drin ist. Außerdem bildet sowas einen Marker auf der Liste. Wenn man weiß, dass von einem Stoff 1% enthalten ist, dann kann man davon ausgehen, dass alles was links von diesem Stoff steht, in höherer Konzentration enthalten ist und alles rechts in geringerer. Hier bekommt man tatsächlich mit der Zeit ein Gefühl dafür, welche Stoffe in welchen Konzentrationen vorkommen und kann sich dann daraus ableiten, wie viel von den anderen Stoffen enthalten ist. 

Was sind die wichtigsten Inhaltsstoffe und wie erkenne ich sie?
Aqua oder Parfüm dürfte wahrscheinlich den meisten etwas sagen. Aber wie erkenne ich zum Beispiel Alkohole und welche Inhaltsstoffe sollte man noch kennen?
Grundsätzlich ist es so, dass natürlich zuerst die Basisstoffe gelistet werden, da von denen am meisten enthalten ist. Das sind in der Praxis meist Wasser, Fette, Alkohole oder Tenside. Erst danach kommen die eigentlichen Wirkstoffe, denn von denen ist meist sehr viel weniger enthalten und auch Hilfsstoffe wie Konservierungsstoffe, Parfum oder Farbstoffe erscheinen erst am Ende der Liste. Duftstoffe müssen dabei übrigens nicht einzeln gelistet werden, sondern dürfen unter „Parfum“ oder auch „Fragrance“ oder „Aroma“ zusammengefasst werden. Nur Duftstoffe, die als besonders allergiesauslösend gelten, müssen extra aufgeführt werden. Das betrifft zum Beispiel Citral oder Geraniol, jedoch nur wenn ihre Konzentration einen bestimmten Prozentsatz übersteigt.
Farbstoffe hingegen werden mit dem Kürzel CI („Colour Index“) gekennzeichnet und sind somit recht einfach zu erkennen.
Pflanzliche Inhaltsstoffe werden meist mit ihrem lateinischen Namen gekennzeichnet. Bei Bienenwachs ist das zum Beispiel „Cera Alba“, bei Wollfett „Lanolin“ und bei Honig „Mel“. Gerade bei Sonnenschutz ist es außerdem wichtig zu wissen, dass Nano Partikel auch als solche gekennzeichnet werden müssen. Sie sind mit dem Zusatz „nano“ versehen und da steht dann beispielsweise „Titanium Dioxide (nano)“. Das wäre dann ein mineralischer Sonnenfilter, allerdings eben mit Nano Partikeln. Wer darauf verzichten möchte, sollte darauf achten, dass der Zusatz „nano“ nicht in der INCI Liste auftaucht.
Auch bei Parabenen, Palmöl oder Mikroplastik ist es sinnvoll, die jeweiligen Namen auf den INCI Listen zu erkennen, wenn man darauf verzichten möchte.
Parabene sind dank des Namenszusatzes -paraben recht einfach als solche zu erkennen. Bei Mikroplastik bzw synthetischen Kunststoffen hingegen wird es jedoch schon etwas schwieriger.
Häufige Bezeichnungen sind zum Beispiel folgende:
Acrylate Copolymer (AC), Acrylate Crosspolymer (ACS), Polyamide, Nylon-6, Nylon-12, Polyacrylate (PA), Polymethylmethacrylate (PMMA), Polyethylene (PE), Polyethylenterephthalate (PET), Polypropylene (PP), Polystyrene (PS), Polyurethane (PUR), Polyquaternium (PQ).
 Am Ende muss natürlich jede*r selbst entscheiden, welche Stoffe er oder sie verwenden will und worauf man verzichten möchte. Es macht aber in jedem Fall Sinn, sich mit den Inhaltsstoffen von Kosmetika auseinanderzusetzen, denn nur wer weiß, was drin ist, kann herausfinden, was die eigene Haut braucht und worauf sie gereizt oder sogar allergisch reagiert. 

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